Trotz Ferien und Hitze wollten sich viele Besucher im Bürgersaal in Behringersdorf genauer informieren lassen.
Dies waren die Start-Informationen:
Die Gefahr von Flutkatastrophen ist regional unterschiedlich groß.
Ein Stromausfall jedoch kann immer und überall auftreten.
Und dann?
Es ist für uns selbstverständlich, dass die übliche Technik um uns herum zur Verfügung steht. Klingel an der Haustür, Kühl- und Gefrierschrank, Herd, Beleuchtung, Heizung, kaltes und warmes Wasser, Telefon, Fernsehen und natürlich die für viele Personen wichtigste Verbindung zur übrigen Welt über das Internet. Bei plötzlichem Stromausfall funktioniert jedoch all das nicht mehr.
Die Akkus in Handy und Powerbank können voll sein, aber wenn die Sendemasten keinen Strom mehr haben, fällt der Mobilfunk aus.
Radiosender haben eine große Reichweite und einige Stationen werden wahrscheinlich noch senden, aber habe ich überhaupt ein Radio, das ohne Strom aus der Steckdose funktioniert?
Wer auf einen Treppenlift angewiesen ist, könnte im eigenen Haus eingesperrt sein, weil das Erdgeschoss unerreichbar ist. Wie kann man auf sich aufmerksam machen?
Das Verlassen des vom Stromausfall betroffenen Gebiets mit dem Auto wird nur dann klappen, wenn der Tank ausreichend gefüllt ist. Tanken scheidet leider aus, weil die Tankstellen ohne Strom geschlossen sind.
Einkaufen ohne Licht und Strom für die Kassen ist nicht mehr möglich.
Viele Personen haben gar kein Bargeld dabei, weil sie nur mit Karte oder Handy zahlen. Ohne Strom? Bargeld bei der Bank oder am Geldautomat holen? Keine Chance.
Die Ursachen können und wollen wir uns gar nicht alle vorstellen und das ist eigentlich auch nebensächlich. Entscheidend ist, dass es ohne Vorwarnung passieren kann. Wenn man allerdings die möglichen Probleme rechtzeitig im Blick hat, können die Folgen abgemildert werden. Deshalb sollten wir auf solche Notfälle vorbereitet sein.
Mit Blick auf die stetig wachsende Bedrohungslage durch Angriffe auf die kritische Infrastruktur hatte die SPD-Fraktion Schwaig in den gut besuchten Bürgersaal in Behringersdorf eingeladen.
Unser Gast Christoph Schmid (Mitglied des Bundestages) und Jan Plobner (Kreisrat) informierten in kurzen Eingangsreferaten über die allgemeine Situation sowie über die bestehenden Informationen des Landratsamtes zum Thema Katastrophenschutz.
Maja Doll (Gemeinderätin) warf die Frage auf, wie sich die Bevölkerung selbst auf ein solches Szenario vorbereiten könnte und sollte. Als Jan Plobner die Frage stellte, ob denn jemand von den Anwesenden wisse, wo das Versorgungszentrum für Schwaig und Rückersdorf sei, meldete sich niemand. Die Antwort lautet: Die Grundschule in Behringersdorf und für Notrufe wie 110 (Polizei), 112 (Feuerwehr) oder 116 117 (Ärztlicher Bereitschaftsdienst) sind es die örtlichen Feuerwehren.
Aber reichen diese Versorgungszentren und die örtlichen Feuerwehren aus, wenn nichts mehr geht? Gemeinsam mit den Besuchern wurde darüber nachgedacht, welche Strukturen innerhalb der Bevölkerung und für Hilfe untereinander notwendig sein könnten, um alle so gut wie möglich durch eine schwierige Situation zu bringen. Hierbei kamen viele Fragen auf, zu denen auch der als Besucher anwesende Bürgermeister von Schwaig, Thomas Wittmann, einige Informationen geben konnte.
Zusammenfassend wünschten sich alle, regelmäßig in Papierform informiert zu werden, so wie es beispielsweise in Schweden üblich ist. Jan Plobner sagte zu, über die SPD-Kreistagsfraktion einen entsprechenden Antrag im Kreistag Nürnberger Land einzubringen.
Viele Gäste bedankten sich im Anschluss für den informativen Abend und die zur Verfügung gestellten Broschüren des Bundesamtes für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zum Thema Selbstvorsorge.
Erste Schritte sind getan. Ob sie ausreichend sind, bleibt allerdings fraglich. Die Angriffe auf die sogenannte kritische Infrastruktur nehmen zu, nicht nur auf Flughäfen, sondern auch auf unsere Wasser- und Energieversorgung.